
Über seine Verhältnisse leben
Von: Graham Russell 27. April 2010
Besuche auf dem abgeschiedenen Bauernhof meines Großvaters in Shropshire machen meine schönsten Kindheitserinnerungen aus. Der Rauch und der Geruch des offenen Herds waren so anders als in unserem neuen Haus in den West Midlands mit seiner Gaszentralheizung. Jeweils für ein paar Tage hat es immer viel Spaß gemacht, angezogen ins Bett zu gehen und auf den vereisten Fenstern zu malen.
Aber das war nicht nur früher so. Es gibt immer noch 398.000 Haushalte, die nicht an das Gasnetz angeschlossen sind und in Brennstoffarmut leben. („Brennstoffarmut“ liegt vor, wenn mehr als 10 Prozent des Haushaltseinkommens für Brennstoff ausgegeben wird.) Das sind erschütternde 9 Prozent aller Wohnhäuser in ländlichen Gebieten.
Etwa 28 Prozent der Haushalte in Dörfern, Siedlungen und abgelegenen Weilern, die keine Anbindung an das Gasnetz haben, leben in Brennstoffarmut. Bei Haushalten mit Anbindung an die Hauptgasverbindung sind es jedoch nur 12 Prozent.
Natürlich gibt es eine Reihe von Erklärungen. Die große Anzahl an Immobilien mit massiven Mauern spielt eine wichtige Rolle, da sie schwer zu isolieren sind. Da in Landgemeinden die Einkommen in der Regel unter dem Durchschnitt liegen, wird das Thema Energieeffizienz erst recht zu einer Herausforderung.
In Anbetracht dessen, was alles dauerhaft verbessert werden muss, gilt es, einige hohe Ziele zu stecken. Herumprobieren reicht nicht aus.
Eine relativ einfache Lösung in Bezug auf Brennstoffbedarf ist, in ländlichen Gebieten die Energieeffizienzmaßnahmen umzusetzen, die bereits andernorts existieren. Energieeffizienzprogramme, die über die Brennstoffrechnungen finanziert werden, sind normalerweise nicht für Menschen verfügbar, die ihre Häuser nur schwer warm bekommen und sich die Heizkosten finanziell nur schwer leisten können. Diese Maßnahmen richten sich eher an stark besiedelte Gebiete als an die Verbraucher auf dem Land.
Stadtgebiete waren für die Energieunternehmen einfach erreichbare Ziele, wenn es darum ging, ihre Verpflichtungen zur Reduzierung der Brennstoffarmut zu erfüllen. Die Konsultation zu den Zielen der Regierung, die CO2-Emissionen zu reduzieren, bietet die nächste Gelegenheit zu demonstrieren, dass es ein wirkliches Engagement für ländliche Haushalte gibt. Aber die Maßnahmen müssen Objekte mit massiven Mauern einschließen. Der bisherige Konsultationsentwurf hat diese außer Acht gelassen.
In Bezug auf Brennstoffversorgung stellen Mikro-Anlagen auf Basis erneuerbarer Energien eine großartige Möglichkeit für Landgemeinden dar. Aber das Bewusstsein hierfür muss weiter gestärkt werden. Eine Luftquellenwärmepumpe in ein schlecht isoliertes Objekt mit massiven Mauern einzubauen, ist nicht sehr klug. Verschiedene Haushalte und Objekte benötigen verschiedene Lösungen. Die meisten Installateure spezialisieren sich jedoch nur auf eine spezielle Technologie und verfügen nicht über ausreichende Fachkompetenz, um in jedem Fall die richtige Lösung vorzuschlagen. Damit Menschen eine fundierte Entscheidung darüber treffen können, was am besten zu ihren Lebensverhältnissen und ihrem Haustyp passt, benötigen sie unabhängige Ratschläge.
Im Kreis Durham wurde ein guter Anfang gemacht. Dort wird eine Datenbank mit allen 239.000 Wohnobjekten erstellt. Diese ermöglicht es, Energieeffizienzpläne und Pläne zur Mikro-Energieerzeugung gezielt für bestimmte Haushalte zu entwerfen. Warum also nicht einen gemeindebasierten Ansatz einführen, der alle Bedarfsnachweise, alle Unterstützungsprogramme und alle Fachkompetenzen an einem Ort bündelt (vielleicht in einer örtlichen Behörde). Die akute Brennstoffarmut muss angepackt werden und es müssen echte Ergebnisse erzielt werden.
Einige Teile des ländlichen Stromnetzes sind sehr anfällig für die schweren Lasten, denen sie durch eine Ballung von Wärmepumpen ausgesetzt sind. Dies verstärkt das Problem und macht es somit erforderlich, die Stromnetze kostspielig zu modernisieren. Wie schon gesagt, viele Teile des ländlichen Stromnetzes können nicht mit einer umfangreichen dezentralen Stromerzeugung fertig werden.
Mikro-Anlagen auf der Basis erneuerbarer Energien sind immer noch zu teuer. Eine Lösung besteht darin, die Nachfrage einer Gemeinde zusammenzufassen. In Stadtgebieten kann das bedeuten, ganze Straßen dazu zu bringen, die Installation einer alternativen, d. h. erneuerbaren Energiequelle in Betracht zu ziehen. Warum nicht darüber nachdenken, ein ganzes Dorf zusammenzubringen, um das Bewusstsein zu stärken und die Gesamtkosten zu senken?
Dies ist eine aufregende Zeit, vor allem weil am 1. April die Einspeisetarife in Kraft treten. Aber es ist auch eine Zeit voller Sorgen, da die North East Commission on Rural Health nachgewiesen hat, dass im Winter die Todeszahlen in ländlichen Gebieten deutlich höher sind als andernorts. Leider ist dies eine weniger schöne Erinnerung an meinen Großvater.
Graham Russell, Geschäftsführer, Commission for Rural Communities.
Dies sind die persönlichen Ansichten des Autors.
Quelle: http://www.utilityweek.co.uk/viewpoints/soapbox/living-beyond-your-means.php