
Über FREE
Über 50% der europäischen Bürger leben in ländlichen Gebieten, die rund 90% der Fläche der EU ausmachen. Der Anteil ländlicher Gebiete an der europäischen Bruttowertschöpfung liegt bei gut 43%. Obwohl Landgemeinden und ländliche Regionen wichtige Siedlungsstrukturen sind, werden sie in energiepolitische Entscheidungen von den Politikern und Regulierungsbehörden selten einbezogen.Menschen, die in den entlegeneren Teilen Europas leben, haben selten Zugang zum Erdgasnetz und die Stromversorgung kann zudem unzuverlässig und ineffizient sein. Darum sind sie oft auf Fest- und Flüssigbrennstoffe mit einem relativ hohen Kohlenstoffanteil angewiesen, die zudem oft mit veralteten Technologien genutzt werden.
Die Initiative „Future of Rural Energy in Europe" (FREE) unterstützt alle, für die die Energieversorgung von ländlichen Gemeinden und Regionen ein wichtiges Thema ist - sowohl für die Landbevölkerung selber als auch für die europäische Gesellschaft als Ganzes.
Wir setzen uns dafür ein, dass politische Entscheidungsträger folgende Fakten bei Entscheidungs- und Planungsprozessen einbeziehen:
Landgemeinden in Europa sind wichtig.
Ein großer Teil der europäischen Bevölkerung lebt in Landgemeinden, die sowohl eine beträchtliche Anzahl an Arbeitsplätzen bereitstellen, sowie einen großen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufkommen leisten. Der ländlichen Entwicklung wird seitens der nationalen Regierungen in Europa besondere Bedeutung zugemessen, insbesondere die Schaffung neuer Arbeitsplätze, neuer ländlicher Industrie und die Beendigung der fortschreitenden Urbanisierung sind wichtige politische Ziele. Die ländliche Bevölkerung und die Landwirtschaft selber werden auch in Zukunft unter kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Aspekten prägend für Regionen sein. Die europäischen Landgemeinden sind zu wichtig, als dass man sie in energiepolitischen Angelegenheiten vernachlässigen kann.
Ländliche Regionen werden bei der Energieauswahl und der Energiepolitik benachteiligt.
Oft werden ländliche Gebiete entweder wie Lebensmittelfabriken oder wie Kraftwerke behandelt. Landgemeinden haben aber andere eigene Energieversorgungsbedürfnisse bei einem gleichzeitig geringeren und teureren Energieangebot als Einwohner in Städten. Die Bürger auf dem Land haben einen höheren CO2-Verbrauch (Fußabdruck) als Städter und benötigen daher einen besseren Zugang zu umweltfreundlicheren Energien. Als Ergebnis der Energiepolitik müssen die ländlichen Gebiete die Schwerarbeit leisten, um den Übergang zu einer saubereren, effizienteren Energieversorgung zu erreichen. Dabei wird jedoch der Bedarf in ländlichen Räumen nach saubererer Energie, besserer Luftqualität und einer größeren, günstigeren Auswahl an Energiequellen außer Acht gelassen.
Es ist unbedingt erforderlich, die Beteiligung der Landgemeinden zu unterstützen, um die Energie- und Klimawandelpolitik umzusetzen.
Europa hat sich zum Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoß zu senken und zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft überzugehen. Gleichzeitig soll die Energieversorgung sichergestellt und die Zukunft ländlicher Entwicklung verbessert werden. Diese Ziele erfordern eine Politik, die den Bedürfnissen von Landgemeinden gerecht wird und sie ermutigt, sich für Energieeffizienz im privaten Rahmen und in der Wirtschaft einzusetzen. Um dies zu erreichen, müssen die gegenwärtigen politischen Konzepte geprüft und gegebenenfalls angepasst werden.
Der kommende zweite EU-Aktionsplan für Energieeffizienz, in dem die nächsten Schritte für Energieeinsparungen in Europa skizziert werden, legt den Weg hin zu mehr Energieeffizienz fest. Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen nachhaltige Ziele einführen, um sicherzustellen, dass die Energieeinsparungen umgesetzt werden.
Ein gutes Beispiel dafür, wie die Energieeffizienz durch die europäische Gesetzgebung gesteigert werden kann, ist die neue Fassung der Richtlinie zur Gesamteffizienz von Gebäuden. Die Richtlinie ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, um die Energieeffizienz in ländlichen Bauten (Häuser, Unternehmen und Bauernhöfe) zu fördern. Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, bei der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht darauf zu achten, dass die Energieeffizienz durch Standards und Anreize gefördert wird, indem insbesondere auch ländliche Gemeinden bei der Gebäudesanierung unterstützt werden.
Die FREE-Initiative wurde von SHV Energy, einem unabhängigen niederländischen Familienunternehmen und größtem Flüssiggasvertreiber weltweit, ins Leben gerufen und finanziert. In Europa versorgt SHV Gas Wohnhäuser, Unternehmen und Autos von vielen Millionen Kunden mit Brennstoff. Die meisten von ihnen leben in ländlichen Gemeinden ohne Anbindung an das Erdgasnetz.
Flüssiggas (LPG) ist ein natürlich vorkommendes Nebenprodukt der Erdgasförderung und des Ölraffinierungsprozesses. Es ist ein kohlenstoff- und schadstoffarmer Brennstoff und kann dazu beitragen, die Qualität der Innen- und Außenluft zu verbessern und die CO2-Emissionen zu reduzieren. Sogar bei Smog und in Wasserschutzgebieten kann eine Flüssiggasanlage eingesetzt werden.
FREE wird von einer Vielzahl von Gruppen unterstützt, die sich dafür einsetzen, durch eine größere Energieauswahl die Situation ländlicher Gemeinden zu verbessern und ihr Potential zu erhöhen. Zu den Unterstützern von FREE gehören:












